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Ist drin, was draufsteht?

Etiketten auf dem Hundefutter sollen aufklären. Eigentlich. Doch was sich hinter kompliziert klingenden Begrifflichkeiten wie "analytische Bestandteile", "Rohprotein" oder "tierische Nebenerzeugnisse" verbirgt, ist nicht unbedingt jedem Hundehalter klar. Schlagworte wie "artgerecht", "natürlich" oder "getreidefrei" sollen zum Kauf verlocken, doch was genau bedeuten Zutatenlisten und Inhaltsstoffe, die sich gerne mal im Kleingedruckten auf der Rückseite verstecken? Seit fast 100 Jahren sind in Deutschland die Mindestanforderungen für die Kennzeichnung von Futter vorgeschrieben. Der Gesetzgeber gibt vor: "Die Angaben über die Merkmale des Futtermittels müssen richtig, eindeutig, transparent, in sich schlüssig und für den Verwender verständlich sein." Aha. Soweit die Theorie. In der Realität allerdings kommt "Otto Normalhundehalter" bei der Deutung der Etikettenbeschriftung dann doch schnell mal ins Schleudern. Verständlicherweise. Deshalb machen wir heute mal einen kleinen Ausflug in die Welt der Futtermitteldeklaration. Alleinfutter: Alleinfutter sollte immer bedarfsdeckend sein - also alle erforderlichen Nährstoffe sollten enthalten sein, sodass man nichts mehr zufüttern muss. Alleinfutter ist immer Mischfutter, weil es aus mehreren (Futter-)Komponenten zusammengesetzt ist. Einzelfuttermittel: Ein Einzelfuttermittel hingegen besteht aus nur einer Zutat (z.B. Muskelfleisch), ist aber nie bedarfsdeckend. Ergänzungsfutter: Ergänzungsfuttermittel kann man zusätzlich füttern, sie sind für sich alleine jedoch ebenfalls nicht bedarfsdeckend. Feuchtegehalt im Futter: Während bei Nassfutter immer der Feuchtegehalt angegeben sein muss, ist das bei Trockenfutter nicht erforderlich, da dieser unter 14 Prozent liegt. Inhaltsdeklaration: Es gibt eine klare Regel: Die Zutat mit dem größten Anteil wird zuerst genannt, danach werden die Inhalte ihrer Menge nach aufgelistet. Offene oder geschlossene Inhaltsdeklaration: Bei einer offenen Kennzeichnung sieht man nicht nur, ob bspw. Wild-, Pferde- oder Rindfleisch enthalten ist, sondern auch in welcher Menge und ob es sich um Muskelfleisch, Knochen oder Innereien handelt. Anstelle von "Tierische oder pflanzliche Fette" kann man genau lesen, welche Öle, Kräuter und Gemüse verwendet wurden. Bei der geschlossenen Deklaration benennen die Hersteller lediglich die enthaltenen Futtermittelgruppen wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse oder Fette. Sie schlüsseln also nicht auf, ob es sich um Rind oder Geflügel handelt, um Innereien oder Muskelfleisch, oder um Karotten oder Rote Bete. Die Hersteller wählen natürlich gerne die geschlossene Deklaration, da die Inhaltsstoffe austauschbar sind und somit eingekauft und verwendet werden kann, was gerade am Markt verfügbar oder günstiger ist. Analytische Bestandteile: Die analytischen Bestandteile benennen die prozentualen Anteile der wichtigsten Nährstoffgruppen: Eiweiße (Rohproteine), Mineralstoffe (Rohasche), Fette (Rohöle und Fette) und Ballaststoffe (Rohfaser). Tierische Nebenerzeugnisse: Darunter versteht man Bestandteile, die der Mensch nicht primär isst., wie z.B. Pansen, Zwerchfell, Euter, Schlachtabfälle, Speiseabfälle tierischen Ursprungs, Fischabfälle, tierische Produkte aus Verpackungsmängeln und überlagertem Fleisch, Felle, Hufe, Hörner und Federn. Artgerechtes und bedarfsgerechtes Futter: Viele Futtermittelhersteller verwenden die Bezeichnung "artgerecht". Hier sollte man skeptisch sein, denn artgerechtes Futter wäre, wenn der Hund einen Hasen fängt und ihn komplett frisst - beim Familienhund (hoffentlich) eher selten der Fall. Die bessere Bezeichnung wäre "bedarfsgerecht", also derart, dass der Hund alle Nährstoffe bekommt, die er braucht, und zwar im richtigen Verhältnis zueinander. Zusatzstoffe: Zutaten in Bio-Qualität sind wunderbar. Doch wenn das Futter lt. Etikett keine Zusatzstoffe enthält, ist Vorsicht geboten. Denn egal wie sehr die Qualität der Zutaten angepriesen wird, sind Zusatzstoffe - besonders bei Alleinfutter - unbedingt erforderlich. Man unterscheidet zwischen technischen Zusatzstoffen (notwendig für Haltbarkeit sowie für Konsistenz, z.B. Agar-Agar oder Algenmehl)) und ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen (zugesetzte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente). Grundsätzlich sollten ernährungsphysiologische Zusatzstoffe in jedem Alleinfuttermittel enthalten sein. Komplett-Menü: Dieser Begriff ist irreführend, denn er suggeriert bedarfsdeckend zu sein, ist es aber in den meisten Fällen nicht. Alleine mit Fleisch, Obst und Gemüse bekommt man keine bedarfsdeckende Ration hin. Und egal ob BARF, Kochmenü, Dosenfutter oder Trockenfutter… es müssen immer ernährungsphysiologische Zusatzstoffe enthalten sein, ansonsten benötigt man sehr, sehr viele zusätzliche Zutaten. Diätfutter: Die Bezeichnung "Diät" bezieht sich nicht nur auf ein Spezialfutter zur Gewichtsreduktion, sondern deklariert Futter für besondere Ernährungszwecke. So gibt es Diätfutter für leber-, herz- oder nierenkranke Tiere, Allergiker, Hunde mit Magen-Darm-Krankheiten und sogar Epileptiker. Das richtige Futter kann das Krankheitsbild und die Lebensqualität verbessern und die Lebensdauer verlängern. Übrigens: Wer mehr über Inhaltsstoffe und Nährwerte des Hundefutters der Wahl erfahren möchte, der kann und sollte sich dazu an den Hersteller wenden. Die Unternehmen sind verpflichtet, kostenlose Hotlines (Telefon und/oder E-Mail) anzubieten, damit Verbraucher zusätzliche Informationen erfragen können.


(Foto: Selbstgebackene Leckerlis, ohne zugesetzte künstliche Farb- und Aromastoffe sowie Konservierungsmittel)


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